Sportzentrum Partschins – Aktuelle Situation
13.09.2006 - Der Amateursportverein Partschins Raiffeisen hat, nach den viel diskutierten und inhaltlich falschen Artikeln des Wirtschaftsausschusses der SVP unserer Gemeinde, beschlossen, nicht über die Presse zu antworten, sondern auf der eigenen Internetseite Stellung zu nehmen.
Das Projekt „Sportzentrum neu“ beschäftigt, wie die meisten Interessierten wissen, den (Amateur-)Sportverein schon seit vielen Jahren. Bereits unter dem früheren Präsidenten Pixner Hugo wurden diesbezüglich erste Pläne erarbeitet; schon damals war man sich bewusst, dass die jetzige Anlage nicht mehr den Anforderungen der heutigen Zeit entspricht. Mit dem neuen Ausschuss ab dem Jahr 2002, bestehend aus Gerstgrasser Andreas, Schönweger Matthias, Forrer Paul und Ganterer Stefan, wurden die Arbeiten konkreter. In vielen arbeitsreichen Sitzungen, mit Herrn Bürgermeister Dr. Robert Tappeiner, dem Sportreferenten Moser Karl, der Sportkommission und den Sektionsleitern, wurde geplant und konstruktiv gearbeitet. Es wurden viele Ideen und Vorschläge eingebracht; Kompromisse von allen Beteiligten waren notwendig. Seit ungefähr einem Jahr haben wir ein ausgereiftes Projekt, welches bereits von allen zuständigen Gremien der Gemeinde sowie von Seiten des Landes gutgeheißen wurde.
Da jeder Sportinteressierte unserer Gemeinde weiß, dass die meisten Kritikpunkte vom Vorsitzenden des Wirtschaftsausschusses Herrn Gufler Albert völlig haltlos sind, möchten wir nicht auf alle Punkte eingehen, sondern nur einige Tatsachen herausheben:
- Die bestehende Anlage in Partschins ist nicht mehr sanierbar! Die Elektroinstallation ist bestimmten Bereichen lebensgefährlich, im gesamten Gebäude treten Wassereinbrüche auf und die Sicherheitsanforderungen (z.B. Fluchtwege) sind nicht erfüllt. Die Verantwortung für eventuelle Unfälle trägt der Präsident des Vereins alleine! Es ist zu bezweifeln, ob andere Personen (evtl. aus dem Wirtschaftsausschuss?) die Haftung übernehmen würden. Aus diesem Grund wird der Barbetrieb mit Ende März 2007 geschlossen; die sportlichen Aktivitäten auf der Anlage werden im Juni 2007 eingestellt. Dies wurde der Gemeindeverwaltung bereits vor Wochen schriftlich mitgeteilt.
- Die Kosten für das Projekt betragen laut Ausführungsprojekt ca. 4,2 Millionen Euro (ohne Einrichtung). Davon wurden ca. 360.000 Euro bereits ausgegeben. Von Seiten des Landes wurde bisher 1 Million Euro zugesichert; für den Kunstrasenplatz muss beim Amt für Sport noch angesucht werden, wobei zu sagen ist, dass das Land nach eigenen Auskünften bisher für alle Kunstrasenplätze in Südtirol einen Beitrag von mindestens 30% gegeben hat!
Die Kosten für das Projekt sind somit sicherlich nicht unerheblich, liegen aber im Bereich bzw. unter den Kosten anderer neuer Sportzentren des Vinschgaus.
- Die Gemeindeverwaltung hat an den Verein stets zwei Forderungen gestellt:
a)Der Bau der neuen Anlage musste auf bestehendem Grund erfolgen. Diese Forderung wurde erfüllt, da viele Räume unter dem Fußballfeld untergebracht werden konnten.
b) Die neue Anlage musste so konzipiert werden, dass der Gemeinde beim Betrieb der Anlage keine jährlichen Zusatzkosten entstehen. Auch in diesem Punkt sind wir uns sicher, dass er erfüllt wird. Dafür war es jedoch notwendig, eine zukunftsträchtige Anlage zu bauen und nicht am falschen Ort zu sparen. Die Sporteinrichtungen für die Sektionen sind dabei kein „Wunschprojekt“! Alle haben bereits Kompromisse gemacht und Einsparungen durchgeführt. Zudem schien uns ein großzügiges Gastlokal mit einer Wohnung für die Pächter unbedingt erforderlich. Die Pachteinnahmen sollen dabei die zusätzlichen Energie- und Reinigungskosten decken.
Auch in diesem Punkt haben uns, genauso wie bei der Entscheidung für ein Kunstrasenfußballfeld, die durch Gespräche mit anderen Vereinen gewonnenen Erfahrungen bei der Entscheidungsfindung geholfen.
Die Vorgehensweise des Wirtschaftsausschusses, durch Zeitungsartikel die eigene Meinung kundzutun und Polemik zu betreiben, ist insbesondere deshalb höchst bedenkenswert, erstaunlich und zu kritisieren, da von deren Seite folgende Fakten verschwiegen werden:
- Am Dienstag den 20. September 2005 fand im Rathaus der Gemeinde Partschins eine Aussprache des gesamten Gemeinderats zum Thema Sportzentrum statt. Auch die Gemeinderäte des Wirtschaftsausschusses (Gufler Albert, Weiss Hans, Schnitzer Ingeborg, Holzknecht Kurt) waren anwesend. Architekt Gerstgrasser Erwin, Ing. Abler Pius und Ing. Nischler Egon stellten dabei das Projekt ausführlich vor. Auftretende Fragen wurden von letzteren, vom Sportreferenten Moser Karl und vom Präsidenten des ASV Partschins Raiffeisen beantwortet.
- Bei der Gemeinderatssitzung vom 13. Dezember 2005 wurde über den Haushaltsvoranschlag für das Geschäftsjahr 2006 abgestimmt. In diesem Voranschlag, welchen alle Gemeinderäte frühzeitig erhalten hatten und mit dem sie sich somit zur Genüge auseinandersetzen konnten, waren 1,7 Millionen Euro für das Projekt Sportzentrum vorgesehen. Diese Summe dient als „Übertrag“ für das Jahr 2007, in welchem für die Durchführung der wichtigsten Arbeiten ca. 2,3 Millionen Euro notwendig sein werden. Alle Gemeinderäte des Wirtschaftsausschusses stimmten für diesen Haushaltsvoranschlag!
Abschließend bleibt noch zu betonen, dass alle Verantwortlichen des Sportvereins und auch die am Projekt mitwirkenden Gemeinderäte stets für konstruktive Kritik offen waren und sind. Polemikmache über die Medien und die falsche Darstellung von Tatsachen (wie man auch anhand der Protokolle der Gemeinderatssitzungen sehen kann) können jedoch nicht akzeptiert werden.
Wir werden sicherlich nicht die Presse für bestimmte Zwecke missbrauchen, denn sowohl die Mehrheit des Gemeinderats als auch die Mehrheit der Bevölkerung, deren Kinder und Jugendliche auf dem Sportplatz trainieren und die sich der aktuellen Situation um das Sportzentrum bewusst sind und die prekäre Lage kennen, sind für das Projekt!
Mit sportlichen Grüßen,
Stefan Ganterer
Präsident ASV Partschins Raiffeisen
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